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11.11

Neustadtl/Donau | Der Himmel wartet nicht - Premiere



Die Pfarrbühne Neustadtl präsentierte in der Regie von Edith Weichinger die Komödie "Der Himmel wartet nicht" von Sebastian Kolb und Markus Scheble - letztmalig im alten Pfarrsaal.

Der Gendarmeriebeamte Stelzl (Herbert Kassberger) ist dem irdischen Leben entwichen und wartet nun um Aufnahme ins Himmlische. Quasi im Wartezimmer hofft er auf seine baldige Aufnahme ins Paradies. Doch bevor dies möglich ist, erläutert ihm ein Engel (Claudia Aigner), dass zuvor noch eine Leistung, eigentlich ein Spezialauftrag, erbracht werden muss um sich die göttlichen Flügel auch redlich zu verdienen. Dieser irritiert ihn zwar anfänglich, doch irgendwie ist er fast ein wenig enttäuscht von der vermeintlichen Leichtigkeit, den kürzlich verstorbenen Tischler Bömmerl (Josef Grünberger) binnen 24 Stunden abzuholen und rauf zu bringen. Doch dieser „Laufburschen-Job“ erweist sich tatsächlich als schwieriger als ursprünglich angenommen, denn zum einen weiß der Meister nichts von seinem Abgang und zum anderen möchte er vor seinem Abgang noch einige Dinge regeln und zu Ende bringen. Wären da nicht noch die bezaubernde Tochter Anna (Julia Jetzinger), der loyale Tischlergeselle Emmeran (Stefan Grünberger), die geister-affine Magd Finni (Ruth Schmutz), die durstige Dorfratsch’n Resi (Anna Schmutz) und die erbschleichende Verwandtschaft, die Froschmeierin (Heidi Hochhuber) und der Froschmeier (Andreas Götzinger), ließen sich alle weltlichen Dinge bestimmt geordneter zurück. Nachdem aber Geister weder sichtbar sind, Dinge nicht angreifen können, noch zu hören sind, müssen sich die beiden „Engel in spe“ einiges einfallen lassen, um ein sich anbahnendes Verbrechen und noch mehr Unrecht zu verhindern, was naturgemäß zu einigen Turbolenzen führt.

In dem (Himbeer)geist-reichen Dreiakter erkennt man rasch die „Handschrift“ von Regisseurin Edith Weichinger, die zum einen wieder ein wunderbares Bauernstück ausgewählt und zum anderen die spielfreudigen Laiendarsteller zu Höchstleistungen motiviert hat. In dieser Inszenierung einen einzelnen Darsteller herauszuheben wäre unfair, verkörpern sie doch allesamt ihre Rollen authentisch. Egal ob hinterfotzig, verschmilzt, bauernschlau, damönisiert, ge-brannt oder einfach verliebt - all diese Eigenschaften spiegeln sich in den unterschiedlichen Charakteren brillant wieder.

Gespielt wird noch bis zum 25.11.2017 im Pfarrsaal, jeweils um 20:00 h, außer sonntags bereits um 15:00 h. Übrigens letztmalig im ehrwürdigen, alten Pfarrsaal, soll doch demnächst - sofern sich Gemeinde, Pfarre und Diözese einigen - mit dem Neubau begonnen werden. Dazu wurden seit 2004 in 15 Produktionen beachtliche € 70.000,- von der Pfarrbühne angespart, die nun als wertvoller Baustein in die Neuerrichtung einfließen.

Weitere Infos unter www.pfarrbuehne.at.