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04.01

Waidhofen/Ybbs | Neujahrsempfang der Stadt Waidhofen



Unter dem Motto "Miteinander Zukunft vorausdenken, Menschen prägen die Region" lud Bürgermeister Mag. Werner Krammer neuerlich interessierte Ybbstaler zum traditionellen Neujahrsempfang in den wunderschönen Kristallsaal des Rothschildschlosses ein.

In Fortsetzung des letztjährigen Impulses zum Motto „Die progressive Provinz“, gab es zum einen einen visuellen Rückblick auf bereits Umgesetztes und zum anderen eine Vorschau auf weitere Projekte. Michaela Hinterholzer sprach in ihren Grußworten vom guten Rückenwind des Vorjahres, der die regionale Wirtschaft gestärkt hat und führte einige Schwerpunkte an, welche auf der politischen Agenda stehen: hohe Beschäftigung, Kaufkraft stärken, Digitalisierung - flächendeckender Breitbandausbau sowie Fachkräfteoffensive - Ausbildungsgarantie bis 25. Das Credo seitens des Landes NÖ lautet nach wie vor Miteinander über Parteigrenzen hinaus mit den Kommunen gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

In einer Interviewrunde, welche von Tom Bläumauer moderiert wurde, sprachen Sabine Fallmann-Hauser über das erfolgreiche Start Up „Meine Wolke“, einer ökologischen Monatshygiene von Frauen für Frauen, Christof Isopp über den Verein Zukunftsorte, einer Plattform innovativer Gemeinden, Manuela Zebenholzer über „ihr“ Hollenstein/Ybbs und gemeinsam Erreichtes in der Kleinregion wie z.B. den Wirtschaftspark sowie Ernst Beneder über die ersten Projekte Anfang der 90er, die eigentlich noch gar kein Projekt, sondern mehr die Herangehensweise an eine Vision einer städtebaulichen Veränderung war und die nun eine weitere Planung, Bewusstseinsbildung und Umsetzung nach sich zieht.

 

Werner Krammer betont gleich zu Beginn einmal mehr, dass man die Vergangenheit kennen muss, um die Zukunft zu gestalten. Waidhofen hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer verändert bzw. weiterentwickelt. Um auch den künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein braucht es für eine positive Entwicklung Mut, Toleranz und Solidarität. Wie schon Isopp erläuterte, hat Waidhofen ein riesiges Potential, verbindet es doch das Beste aus Stadt und Land. Was Anfang der 90er mit der Adaptierung des offenen Rathauses begann, findet nun seine Fortsetzung und steht im weitesten Sinne auch als Symbol für das Miteinander, welches das ganze Ybbstal ausmacht - auch über den Zusammenschluss der Kleinregion von 10 Gemeinden hinaus. Einiges wurde schon erreicht bzw. sind Planungen abgeschlossen. Jetzt gilt es einen Teil dieser Prozesse zu finalisieren, wie z.B. die Sanierung des Bezirksgerichtes, die Weiterentwicklung des Hohen Marktes, dessen Bepflasterung nur ein Teil des Ganzen war, Belebung der Innenstadt nicht nur durch Events, sondern durch Betriebsansiedlungen und innerstädtischen Wohnbau im alten Rathaus, Kropf-Haus sowie in den Werkstatthallen der ehemaligen Forstwirtschaftsschule. Aber auch der Naturraum in und rund um die Stadt ist ein wesentliches Ziel, also neben Ybbsuferweg auch die Bepflanzung an den Straßen und Parkanlagen sowie Dachbegrünungen für ein besseres Mikroklima. Auch der Buchenberg soll als Ganzes in einen Naturpark ausgebaut werden, wo die Säulen Bildung, Erholung, Schutz und Regionalwirtschaft ineinander verflechtet werden sollen. Schrittweise Verknüpfung mit Opponitz, später mit Hollenstein/Ybbs und in weiterer Folge vielleicht mit Lunz/See und dem Wildnisgebiet Dürnstein. Die Kooperation mit den 10 Gemeinden in der Kleinregion startete mit einem gemeinsamen Musikschulverband, ein interkommunaler Wirtschaftspark folgte und Projekte wie Molto Bene/Zukunftscampus = nun Beta Campus oder Erhaltung und Ausbau der Erholungsgebietes Forsteralm, der touristische Zusammenschluss in Ybbstaler Alpen oder die Gründerinitiative Eisenstraße wären in dieser Dimension gar nicht möglich gewesen. Letzteres Projekt ist ein LEADER-Projekt, wo gemeinsam mit 20 Unternehmen Betriebsansiedelungen in den Ortskernen entwickelt werden sollen. Aber auch die Erschließung weiterer Betriebsflächen in Haberlehn und zukünftig in Gstaad sind wichtige Anliegen. Auch wenn sich der effektive Breitbandausbau noch ein wenig verzögert sind die Kooperationen mit NÖGIG und Kabel plus gut angelaufen. Innerhalb der nächsten 3 Jahre ist der Abschluss dieses Ausbaus nunmehr geplant. Um dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken entsteht am Beta Campus in der Zell etwas ganz Großes. Dort sollen junge Talente mit etablierten Unternehmen verbunden werden, quasi New mit Old Economy. Die Begeisterung soll bereits bei den Kleinsten geweckt werden; da die Bildung der Schlüssel für die Zukunft ist soll am Standort die Polytechnische Schule inkl. Werkstätten neu gebaut werden; Junge Kreative haben ein enormes Potential – diese sollen unterstützt werden, ihre Produkte zu entwickeln, Marktreife zu erlangen und im bestenfalls bei der Firmengründung unterstütz werden, Werkstätten und Labors sollen die technischen Rahmenbedingungen dazu liefern. Die Bildung hat auch in den nächsten Jahren hohe Priorität, wenngleich die Möglichkeiten einer Kommune beschränkt sind, jedoch als Schulerhalter für Kindergärten und Pflichtschulen Fundamente schaffen kann – nicht nur baulich, sondern vor allem hinsichtlich Ausstattung. So z.B. werden bereits jetzt drei Arten Volksschul-Formen angeboten: klassisch, mit Nachmittagsbetreuung sowie Ganztagesschule verschränkt. Die Zusammenführung der Musikschule mit den Kreativakademien soll erweitert werden und das Erfolgsprojekt KinderUNIversum, welches bis dato ein 3-tägiger Sommerevent war, als ganzjähriges Angebot ausgebaut werden. Das Profil des Schulstandortes soll im Dialog gemeinsam in der ganzen Region entwickelt werden. Weiters am Programm stehen noch die Sanierung der Sporthalle, die Adaptierung des Kindergartens in Zell sowie ein Neubau des Turnsaals der Mittelschule. Aber auch in kulturellen Dingen ist die Stadt gut aufgestellt. Offen für neue Dinge, Vielfalt zulassen und die Individualität fördern lautet hier das Motto. Das Kreativpotential in der Region ist enorm, denn z.B. der Verein Förderband, die Spielplatz-Kultur oder das Projekt oper rundum sind ebenso gut angenommen worden wie die Auszeichnung [a:bua].

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Quartett Klarisono. Zum Ausklang gab es noch regionale Schmankerl vom Schlosswirt und Süßes der Cafe Bäckerei Konditorein Erb, Hartner und Piaty sowie Stadt.Most, Stadt.Bier, s’Apferl und weitere Sonderabfüllungen der Stadt.


2. Foto, v.l.n.r.: Moderator Thomas Bläumauer, LAbg. Bgm. KR Michaela Hinterholzer, Architekt DI Christof Isopp, Bgm. Mag. Werner Krammer, Sabine Fallmann-Hauser, Architekt DI Ernst Beneder, Bgm. Manuela Zebenholzer, LAbg. Bgm. Anton Kasser, NR Mag. Andreas Hanger, vorne knieend: Rauchfangkehrermeister Joachim sen. + jun. Vielmetti sowie KR Peter Engelbrechtsmüller

Babsi Zeitlhofer & Didi Rath

Waidhofen/Ybbs Magistrat


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3340 Waidhofen/Ybbs