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19.09

Amstetten - Ulmerfeld | ulk confinio spielt „Fragmente oder waun de Söö ins Schleidan kumd…“



Auf der Mülldeponie der zerbrochenen Träume treiben sich fünf geschundene Kreaturen herum. Sie durchwühlen die Abgründe der menschlichen Seelen auf der Suche nach Antworten.

Die ulk’sche Untergruppe hat sich bewusst für den Namen confinio entschieden, was übersetzt Grenze, Grenzgebiet oder Nachbarschaft bedeutet. Mit dem Stück wollen sie die Grenzen zwischen den Begriffen durch die Nähe zu unseren eigenen Erfahrungen spürbar machen und diese aufweichen. Darüber hinaus wollen sie berühren und aufwühlen, aber vor allem ihr Publikum zu einem respektvollen und wohlwollenden Miteinander verführen.

Dabei schlüpfen Martina Kies-Houstecky, Ursula Palmetshofer, Astrid Schindler, Daria und Manfred Spreitzer nicht einfach in erzählerische Rollen oder Figuren, sondern als Personagem als direktes Bindeglied zum Zuschauer. Soll heißen, dass die Darsteller erst durch Körper, Stimme und Mimik die Emotionen des Stücks und somit die Handlung transportieren. Passend zur NÖ Landesausstellung im Landesklinikum Mauer mit dem Titel „Wenn die Welt Kopf steht - Mensch.Psyche.Gesundheit.“ geht es auch darum das Bewusstsein für das anderes sein durch psychische Erkrankungen und seelische Belastungen zu sensibilisieren und zu schärfen. Denn leider ist dieses Thema in unserer Gesellschaft immer noch häufig von Vorurteilen, Scham und Tabus umgeben.

Fragmente erzählt in der Regie von Christian Suchy fünf Geschichten in Mundart von Entrückungen auf drei Stationen rund um den Marktplatz in Ulmerfeld, wo normalerweise kein Publikum hinkommt. So wie die Seelen der Personagem zeigen auch die morbiden Gebäude sichtbare Spuren der Vergänglichkeit und untermauern die Geschichten.

Die Erzählungen sind schräg und unheimlich und enden tödlich, doch verändern sie letztendlich auch den Blickwinkel auf unsere Gesellschaft. Der Tenor einiger Besucher nach der Aufführung des Theaterstücks war geteilt: während viele das intensive Schauspiel lobten, empfanden andere die Inszenierung als zu kryptisch. Wie auch immer, berührt hat es alle.

Gespielt wird noch am 25., 26. und 27. September 2026 jeweils um 17:00 bzw. 20:00 Uhr. Treffpunkt ist beim Kirchenwirt Schörkhuber, der eine Stunde vor Vorstellungsbeginn öffnet und aktuell frischen Sturm auf der Karte hat.

Tickets gibt’s bei der Volksbank Hausmening oder online hier!

Weitere Infos dazu unter www.ulktheater.at/ulk-confinio.

Didi Rath

Published: 19.09.2026 - 21.00