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17.06

Amstetten - Ulmerfeld | Premiere - Die Physiker



Zum 40-jährigen Jubiläum von ulk wird es in Anlehnung an die NÖ Landesausstellung „Wenn die Welt Kopf steht - Mensch.Psyche.Gesundheit“ im Landesklinikum Mauer ernst, denn Friedrich Dürrenmatts Klassiker „Die Physiker“ hat kaum Lacher, sondern lädt vielmehr zum Mit- und Nachdenken an.

Das ganze Team rund um Obmann Günther Schörkhuber und Regisseur Thomas Richter, der übrigens bereits sein 20-jähriges Jubiläum bei ulk feiert, hat die Herausforderung gerne angenommen, nach vielen Komödien auch den Beweis anzutreten, dass sie auch Tiefgründiges und Dramatisches spielen können. Bekannt mag die Handlung sein, dass drei vermeintliche Physiker (Sir Isaac Newton - Thomas Ruckensteiner, Albert Einstein - Georg Kräftner und Johann Wilhelm Möbius - Günther Schörkhuber) in einer Nervenheilanstalt aufeinanderprallen. Was als Kriminalfall beginnt, wandelt sich rasch zur absurden Groteske. Im Laufe des Stücks werden die Botschaften, die sich daraus ableiten lassen, sichtbar: Macht und Missbrauch von Wissen, Verantwortung des Einzelnen sowie Wahnsinn und Vernunft. Im Stück erscheinen die angeblich Verrückten oft vernünftiger als die „Normalen“, was eindrucksvoll aufzeigt, dass die Grenzen menschlicher Kontrolle verschwimmen. Auch wenn wir Menschen glauben, Ereignisse steuern zu können, verlieren wir letztlich aber die Kontrolle. Dürrenmatt stellt die Frage, was geschieht, wenn wissenschaftliche Entdeckungen so mächtig werden, dass sie die Menschheit gefährden könnten. Die Physiker im Stück versuchen auf unterschiedliche Weise, mit dieser Verantwortung umzugehen. Besonders die Figur des Johann Wilhelm Möbius erkennt, dass sein Wissen missbraucht werden könnte, und versucht deshalb, sich selbst aus der Welt zurückzuziehen. Einmal gewonnenes Wissen lässt sich jedoch nicht dauerhaft verstecken oder kontrollieren.

Am Ende scheitern die Bemühungen der Physiker, ihre Entdeckungen vor der Welt zu verbergen. Damit kritisiert Dürrenmatt die Vorstellung, man könne sich durch Rückzug der Verantwortung entziehen. Ein berühmter Gedanke des Stücks lautet sinngemäß: „Was alle angeht, können nur alle lösen“.

Damit macht er gerade in diesen Zeiten, wo disruptiver Wandel und ökologische Transformation die Welt verändern und unsere Gesellschaft fordern, deutlich, dass globale Gefahren - ob Atomwaffen, Gentechnik oder künstliche Intelligenz - nicht von einzelnen Personen á la Trump, Musk, Putin, Thiel oder Kim Jong-un allein kontrolliert werden können, sondern eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung erfordern. Kurz gesagt: „Die Physiker“ warnt vor den Gefahren unkontrollierter Wissenschaft und fordert ethische Verantwortung für Wissen und dessen Folgen von uns allen. Hoffentlich siegt dabei menschliche Vernunft!

Im bezaubernden Innenhof des Schloss Ulmerfeld sind noch bis zum 4. Juli 2026 jeweils um 20:30 h Karin Lienbacher als Irrenärztin, Ursula Palmetshofer als Oberschwester und Pfleger, Sandra Leonhartsberger-Skarek als Krankenschwester, Manfred Spreitzer als Oberpfleger und Polizist, Alfred Viertlmayr als Pfleger,  Missionar und Gerichtsmediziner, Orsolya Gröbl als Leiche und Möbius-Ex und Frau des Missionars, Gisela Goldhalm als Kriminalinspektorin sowie als Kinder des Missionars Oskar und Vincent Smetana sowie Alexander Schönegger zu sehen. Bewirtet werden die Theatergäste vom Team des Hauer-Hofs.

Karten gibt’s bei der Volksbank Hausmening, nach Verfügbarkeit an der Abendkasse und online hier.

Text und Bühnenfotos der Generalprobe: Didi Rath / Premierengäste: Oliver Gratzer - www.olivergratzer.com

Published: 17.06.2026 - 23.00

ulk - Komödie al dente


Burgweg 1,
3363 Ulmerfeld-Hausmening