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02.12

Amstetten | #wahlsplitter - Gemeinderatswahl 2020 - Statements der BürgermeisterInnen


Zur bevorstehenden NÖ Gemeinderatswahl am 26. Jänner 2020 berichtet mostropolis.at laufend in verschiedenen #wahlsplitter über Parteien, Personen und Inhalte. Nach der Vorstellung der KandidatInnen in der Stadt Amstetten und zuletzt den Statements der Bürgermeister der Gemeinden Ardagger, St. Peter/Au und Seitenstetten, Allhartsberg, St. Valtentin und Sonntagberg geht’s nun zu Statements der BürgermeisterInnen weiterer Gemeinden im Bezirk Amstetten und Melk:


Bgm. Erwin Pittersberger von der Gemeinde Weistrach, LAbg. Bgm. KR Michaela Hinterholzer von der Gemeinde Oed-Öhling und Bgm. Franz Wurzer von der Gemeinde Blindenmarkt. Weitere Gemeinden folgen.

Die (gleichlautenden) Fragen an die Kommunalpolitiker lauteten:

Mein Engagement als BürgermeisterIn ist nicht nur Beruf, sondern Berufung. Besonders liebe ich daran?
Pittersberg: Ich bin nun seit 2010 im Amt. Gemeindepolitik hat mich aber auch vorher schon fasziniert und so habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Man kann sich mitfreuen, wenn man jemanden geholfen hat. Wichtig ist mich auch der Respekt untereinander und die Gemeinsamkeit. Für jede/n wird es zwar nicht immer passen, aber das Bewusstsein, für die Bürger, die ja allesamt unmittelbare Nachbarn sind, etwas zu bewegen, freut mich an meiner Arbeit.
Hinterholzer: Das Bürgermeisteramt ist eine zeitfüllende und herausfordernde Aufgabe. Besonders liebe ich den persönlichen Kontakt mit den BürgerInnen. Weiters ist es der Gestaltungsfreiraum, den das Bürgermeisteramt ermöglicht. Von der Projektidee bis zur Verwirklichung ist es zwar oft ein weiter und anstrengender Weg, aber es zahlt sich aus.Der Themenbereich, den ein(e) Bürgermeister(in) abzudecken hat, ist umfangreich und äußerst abwechslungsreich. Von der Organisation von Essen auf Räder und sozialen Themen bis zur Planung und dem Bau von Infrastruktur (Kanäle, Straßen, Breitband etc.) ist vieles dabei. Viele Wünsche und Anliegen der BürgerInnen, die direkt bei Sprechstunden oder Veranstaltungen herangetragen werden, und erledigt werden sollen.
Wurzer: Man kann sein Umfeld selbst gestalten. Es ist eigentlich die einzige politische Funktion, in der es möglich ist, Wünsche der BürgerInnen unmittelbar zu verwirklichen.

Der Unterschied zwischen „großer“ nationaler Tagespolitik und Kommunalpolitik ist für mich?
Pittersberg: Kommunalpolitik passiert immer auf persönlicher Ebene unter Beachtung der Gesetze. Dies ist überschaubar. Bei der großen Politik fehlt einem oft der Weitblick und das Verständnis. Durch örtliche und persönliche Kenntnisse ist es so leichter, die Gemeindebürger zufriedenzustellen. Bezugnehmend auf die große Politik wäre es vielleicht manchmal gut, alle Fraktionen in einen Topf zu werfen, kräftig umzurühren und dann so lange aufzukochen, bis die goldene Mitte herauskommt.
Hinterholzer: Als Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete kenne ich den Unterschied aus eigenen Erfahrungen.
Bei der Arbeit im NÖ Landtag geht es um die Diskussion den Beschluss von gesetzlichen Regelungen, die im gesamten Bundesland Gültigkeit haben. Das ist oft eine sehr schwierige Herausforderung, da die Anforderungen in den einzelnen Bezirken oft sehr unterschiedlich sind. Die Kommunalpolitik ist viel näher beim Bürger. Das ist wegen dem persönlichen Kontakt wesentlich direkter und der Erfolg oder Misserfolg einer Entscheidung wird sehr rasch erkennbar.
Wurzer: Die Tagespolitik wird leider vielfach nur von Parteipolitik geleitet, die eigentlich wichtigen Themen kommen zu kurz. Hat man sich in der Gemeindepolitik hingegen für eine Sache eingesetzt, erhält man sofort Rückmeldung aus der Bevölkerung, positive wie negative.

Als Herausforderung für die nächste Legislaturperiode sehe ich in meiner Gemeinde folgende Schwerpunkt / Projekte?
Pittersberg: Grundsätzlich möchte ich die bestehende Politik fortsetzen: sozialen Wohnbau und Einfamilienhäuser zu fördern, um so den Zuzug in den nächsten Jahren zu bewahren. Infrastruktur erhalten: Nahversorger, Schule, Arzt und Kindergarten. Dafür ist auch der Zuzug notwendig. Ein großes Anliegen ist es mir weiterst, die lebenswerte Gemeinde, die jetzt schon vorhanden ist, auszubauen. Freizeiteinrichtungen wie Wander- und Reitwege erhalten und ausbauen, Sportmöglichkeiten wie Mountainbike, Tennis oder Beachvolleyball zu fördern.
Hinterholzer:  In der ablaufenden Amtsperiode ist unsere Gemeinde sehr stark gewachsen. Das Land NÖ hat in Öhling viele Bauparzellen in relativ kurzer Zeit verkauft, viele neue GemeindebürgerInnen haben ein Eigenheim errichtet und sind zugezogen. Diese große Bautätigkeit wird in dieser Intensität nicht anhalten. Für die nächste Periode steht daher die Arbeit an der Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität an oberster Stelle. So soll an der Url ein Landschaftsprojekt umgesetzt werden. Es ist ab dem nächsten Jahr der Ausbau von Glasfaseranbindungen an alle Haushalte ebenso geplant wie die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes in Öhling. In Oed steht die Kanalsanierung an der B1 im Ortsgebiet und die Gestaltung des Ortsbildes an sowie die thermische Sanierung des Kindergartens und der Volksschule.
Wurzer: Fertigstellung des Gemeindeamtes sowie der Marktplatzgestaltung. Weitere Kleinprojekte, z.B. im sozialen Wohnbau, Wohnungen die auch leistbar sind, Schließung von Baulücken sowie Betriebsansiedelungen. Besonders wichtig ist mir auch der Ausbau des Rad- und Gehwegenetzes

Fotos © Atelier Fuchsluger, mostropolis.at, Eye-Open

Didi Rath