Blindenmarkt | Die Herbsttage starten mit dem Zarewitsch in ihre 37. Saison
Es ist der sprichwörtliche „Goldene Käfig“, in dem sich Alexej, der Zarewitsch, befindet. Abgeschottet von der Welt und in einem politisch geprägten Machtgefüge aufgewachsen, stellt er sich in bewusste Opposition zu diesem und zu den Erwartungen, die an ihn gestellt werden. Er gerät so in Konflikt mit seinem Vater, dem bereits an seinem Lebensende stehenden Zaren, den Hierarchien und der politischen Notwendigkeit, sich bereit für die Übernahme des Zarenthrons zu halten. Vor allem auch verschließt er sich allen Bestrebungen des Ministerpräsidenten hinsichtlich einer Vermählung im Sinne der Thronfolge und der Staatsräson.
So lässt dieser als letzte List die als Tscherkesse verkleidete Tänzerin Sonja in den Palast schleusen, um dem Zarewitsch erste erotische Erfahrungen zu ermöglichen. Aus dem Wissen ihrer schicksalhaften Abhängigkeiten entsteht zwischen Sonja und dem Zarewitsch ein Spiel, bei dem sie dem Ministerpräsidenten und dem Hof ihre Liebe vortäuschen. Aus dem Spiel wird Ernst. Dem Zarewitsch ist kein Happy End beschert, letztendlich siegt die Politik über Liebe und Leidenschaft.
Wahre Leckerbissen der Operettenliteratur
Bis es aber zum Finale kommt, wird das Publikum mit einem wahren Reigen an wunderschönen Melodien verwöhnt: „Einer wird kommen, der wird mich begehren“ (Sonja), „Bleibe bei mir … Hab nur dich allein“ (Zarewitsch, Sonja) und allen voran Zarewitsch‘ Wolgalied „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ sind Melodien, die zu wahren Gassenhauern geworden sind. Mit ein Grund, warum sich Blindenmarkt-Intendant Michael Garschall besonders auf die diesjährige Produktion freut: „Schon lange habe ich den Wunsch gehegt, den Zarewitsch zur Aufführung zu bringen. Nun ist es mir gelungen, unserem Publikum mit einem exzellenten und auf die Operette perfekt zugeschnittenen Team einen wahren Leckerbissen der Operettenliteratur präsentieren zu können.“
Da ist einmal Wolfgang Dosch zu nennen, der zum mittlerweile dritten Mal bei den Herbsttagen für die Regie verantwortlich zeichnet und der auch eigens dafür eine spannende Fassung erstellt hat. Für die Rollen der Sonja und des Zarewitsch konnte Garschall die Elina-Garan?a-Preisträgerin Maja Triler sowie Clemens Kerschbaumer gewinnen, der sein Rollendebüt als Zarewitsch gibt. In den Rollen von Mascha und Ivan sind Katrin Fuchs und Andreas Sauerzapf zu bewundern, als Großfürstin tritt die Doyenne des Theaters in der Josefstadt, Marianne Nentwich auf, und als Ministerpräsident kommt Janos Mischuretz von der Oper Graz nach Blindenmarkt.
Am Dirigentenpult wird Thomas Böttcher stehen, die Chorleitung liegt wieder in den bewährten Händen von Kurt Dlouhy, Marcus Ganser zeichnet für das Bühnenbild verantwortlich und Julia Pschedezki für die Kostüme. Für die Choreografie kehrt Monica Rusu nach Blindenmarkt zurück. Es spielen und singen das Kammerorchester Ybbsfeld sowie der Chor und das Studio der Herbsttage Blindenmarkt.
Herbsttage 2026 in memoriam der langjährigen Festspielpräsidentin Hilde Umdasch!
Die Premiere ist am 2. Oktober 2026 um 19:30 Uhr in der Ybbsfeldhalle Blindenmarkt. Weitere Vorstellung sind am 9., 10., 11., 16., 17., 18., 23., 24., 25., 26. Oktober 2026 zu unterschiedlichen Beginnzeiten. Online-Tickets und weitere Infos unter www.herbsttage.at.
Foto (c) Lukas Johann: Maja Triler als „Sonja“
