Chaos-Theater-Comedy oder
Der Nackte Wahnsinn
Mehr Einblick hinter die Theaterkulissen bietet wohl kein anderes Stück als die Komödie von Michael Frayn. Intendant Gregor Bloéb setzt somit in seinem 2. Jahr auf eine schwungvolle Farce mit absoluter Lachgarantie und hat dafür eine Traumtruppe gecastet, welche die ganze Story so echt und hautnah rüberbringt, dass man keine Chance hat, vielleicht echte „Patzer“ zu erkennen, weil man ja nicht weiß, ob das nicht so im Drehbuch steht. In grellen Kostümen erlebt das Publikum die Action bei der Generalprobe auf, vor und hinter der Bühne ebenso wie das unweigerlich aufkeimende zwischenmenschliche Chaos, welches sich bis zum Ende dieser Tourneeproduktion schließlich nicht mehr vermeiden lässt. Gedächtnislücken beim Text, Hang zum Alkohol und verzweifelte Liebesdramen untereinander sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufführung.
Grenzgeniales Ensemble
Jede Person im Stück hat quasi sein/ihr eigenes „Pinkerl“ zu tragen. Die unterschiedlichen Charaktere und die unausweichlichen Pannen, verbunden mit den Ängsten sich bloßzustellen, geben dem Stück einen witzigen und rasanten Verlauf, der mit jeder Konvention bricht uns so erst recht zur Farce wird. Wenn der Regisseur seinem Inspizienten Geld gibt um der Geliebten Blumen zu schenken und dieser die Blumen der falschen Person gibt und so eine Doppelgleisigkeit aufdeckt die zu Eifersuchtsdramen während des Stückes bis hin zu Mordgelüsten führt, ist die Tragikomik vorprogrammiert. Oder wenn die Haushälterin nicht mehr weiß, ob sie die Sardinen schon zubereitet hat oder falls ja, sie diese - wo auch immer - abgestellt hat, birgt das allein schon eine Situationskomik, die durch Mimik und Gestik noch mehr unterstrichen wird. Das ganze Ensemble geht ob der vielen Auf- und Abgänge nicht nur spielerisch, sondern auch körperlich an seine Grenzen und wächst dabei förmlich über sich hinaus, was vom Publikum durch frenetischen Applaus und mehreren Vorhängen gewürdigt wurde.
Didi Rath - mostropolis
Regie: Daniela Kranz
Dramaturgie: Bettina Hering
Bühne: Martin Warth
Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal
Lichtdesign: Michael Grundner
Mit: Babett Arens (Dotty / Mrs. Clackett), Oliver Mommsen (Roger), Magdalena Kronschläger (Vicki), Markus Heinicke (Philip), Annette Frier (Flavia), Peter Drassl (Selsdon) sowie Fritz Hammel als Regisseur Lloyd Dallas, Gerti Drassl als seine Assistentin Poppy und Stefan Laczkovics als Inspizient Tim.
Wird noch bis 31. Juli 2010 jeweils um 20.30 h am Hauptplatz in Haag gespielt.
Das waren die Premierenbilder von
Cryano von Bergerac 2009,
Das Gespenst von Canterville 2008 sowie
In 80 Tagen um die Welt 2007!
Weitere Infos unter
www.theatersommer.at.
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www.oeticket.com.