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18.07.2007
Amstetten
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Nach dem großartigen Erfolg von Carmen Cubana im Vorjahr, welches nun auf Tournee nach Wien, Linz und München geht, dachte wohl kaum einer, dass man dies noch toppen könnte. Noch dazu wo Kim Duddy, Martin Gellner & Werner Stranka Hair bereits vor ein paar Jahren in Wien produziert hatten. Also wie sollten sie das Rad neu erfinden? Kaum ein Stein blieb auf dem anderen, gleich mal vorweg. Martin & Werner, besser bekannt als Beat 4 Feet, haben die Klassiker beinahe zur Gänze neu arrangiert und die Musik zeitgemäß und fetziger gestaltet, mehr Drums und geile Riffs. Barbara Spitz hat das Original von Gerome Ragni & James Rado überarbeitet und die ganze Handlung ins Jetzt transformiert. Anstelle des Vietnamkrieges geht’s um den Irakkrieg. O.K., jetzt können einige sagen Krieg bleibt Krieg, doch es wird hier auch nicht an Kritik an Bush’s Regierung gespart. Der Generationskonflikt ist heute genauso aktuell wie vor 40 Jahren bei der Uraufführung am Broadway, doch die Gesellschaft und speziell die Jugendlichen haben sich verändert. Zum Einen ist man heute freizügiger und aufgeklärter, doch wenn es um Toleranz geht, könnte man meinen, wir haben kaum dazugelernt. All dies wird thematisiert und in eine atemberaubende Choreographie eingepackt, wenngleich man in der ersten Hälfte vor lauter Oppulenz (sowohl Bühnenbild als auch farbenfrohe Kostüme) ein wenig erschlagen wird und die Handlung erst in der zweiten Hälfte greift. Neu ist auch, dass die aufmüpfigen Jugendlichen (der Tribe) rund um Berger als Zirkustruppe herumtingeln. Dieses Regiekonzept von Kim Duddy hat Bühnenbildner Walter Vogelweider einmalig umgesetzt. Zum Niederknien ist das Lichtdesign von Andrew Voller, dass heuer besonders aufwendig ist aber die einzelnen Handlungen und Stimmungen noch besser untermauert.
Das 24köpfige Ensemble ist nicht einfach nur harmonisch und familiär zusammengewachsen, nein, heuer wirken sie allesamt noch viel mehr in sich geschlossener. Aufgrund der vielen Gruppenszenen ergänzt einer den anderen, jede/r beflügelt die/den anderen zu Höchstleistungen. Egal ob tänzerisch, mimisch oder musikalisch. Keine/r fällt irgendwie ab und abgesehen von den Hauptrollen sticht auch keine/r extrem heraus. Abgesehen natürlich von den Hauptdarstellern, die ein Tempo an den Tag legen, als würde es ihr letzter Auftritt auf dieser Welt sein. Spielfreude und Stimmvolumen zeichnen alle aus, doch Rob Fowler als Berger und Mark Seibert als Claude haben sich wohl auf der Bühne gefunden. Der Vorverkauf gibt dem Leading Team rund um Intendant Hannes Kropfreiter recht, eine bereits eingeschobene Zusatzvorstellung ist beinahe schon wieder ausverkauft. Daher ob des großen Run auf Karten, rasch Tickets sichern.
Didi – Dieter Rath