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23.10.10 - Schloss an der Eisenstraße ist um 1,- Euro zu haben
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"Schloss an der Eisenstraße" ist um einen Euro zu haben

Die Vorarlberger Bau- und Projektentwicklungsgruppe Schertler, die über ihre Beteiligungsgesellschaft S+B Gruppe mit Sitz in Wien das insolvenzgefährdete Vier-Sterne-Hotel "Schloss an der Eisenstraße" in Waidhofen/Ybbs betreibt, will den drohenden Konkurs des Beherbergungsbetriebes auf alle Fälle verhindern. Nachdem die Stadt Waidhofen eine Übernahme des Hotels wegen offener rechtlicher und steuerlicher Fragen abgelehnt hat, bietet die S+B Gruppe nun den anderen Miteigentümern an, die Eisenstrasse Hotel- und Betriebsgesellschaft mbH zu übernehmen und im Gegenzug die Liegenschaft, also Hotel und Grundstück, um einen Euro an die Stadt und die übrigen Miteigentümer abzugeben.

"Das ist unser letztes Angebot, wir werden kein zusätzliches Geld mehr investieren", stellt Reinhard Schertler, Vorstand der S+B Gruppe, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst dezidiert fest. Wie auch immer die Sache im Detail ausgehe: Unter dem Strich bringe das Projekt der S+B-Gruppe, an der die Schertler-Gruppe knapp die Hälfte der Anteile besitzt, einen Verlust von rund fünf Millionen Euro.
Das Hotel ist mit etwa 5,5 Millionen Euro überschuldet, es droht der Konkurs. Die dahinterstehende Eisenstrasse Hotel- und Betriebsgesellschaft mbH, die für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 keine Bilanz legen kann, befindet sich zu rund 25 Prozent im Besitz der S+B Gruppe, an der die Schertler Holding GmbH mit 48,125 Prozent beteiligt ist. Vorstand der S+B-Gruppe ist Reinhard Schertler, im Aufsichtsrat sitzt unter anderem Günter Schertler. Gleich viele Anteile an der S+B-Gruppe hält der Wiener Generalplaner Alfred Michael Beck, dazu kommen drei weitere Miteigentümer.

Nach Angaben von Reinhard Schertler könnte die Eisenstrasse Hotel- und Betriebsgesellschaft mbH durchaus eine Bilanz legen, wenn die Stadt Waidhofen eine Forderung von mehreren Millionen Euro nachrangig stellen würde. "Dabei fließt kein neues Geld, denn das hat die Stadt am Beginn ja schon bezahlt", so Schertler. Da die Stadt Waidhofen dazu jedoch nicht bereit sei, habe die S+B-Gruppe angeboten, ihre Anteile an der Gesellschaft um einen Euro an die übrigen Miteigentümer abzutreten. Dieses Angebot habe der Waidhofener Gemeinderat jedoch abgelehnt, da insbesondere Fragen der Schad- und Klagloshaltung sowie andere rechtliche und steuerliche Aspekte ungelöst geblieben seien.
Das Hotel "Schloss an der Eisenstraße" ist 2002 mit einem Investitionsvolumen von etwa 13 Millionen Euro errichtet worden. Es hat 92 Zimmer samt Wellnessbereich und ein 2007 zusätzlich errichtetes Veranstaltungszentrum. Nach Angaben von Reinhard Schertler handelt es sich bei dem Hotel um ein PPP-Modell (Public-Private-Partnership), an dem die Stadt etwa 50 Prozent halte, S+B 25 Prozent und private Investoren weitere 25 Prozent.

"Für die Zukunft sehen wir PPP-Modelle eher kritisch. Wir haben unser Lehrgeld bezahlt. Öffentliche Institutionen und die Politik funktionieren und denken nun einmal anders als Privatunternehmen", so Schertler. Das Hotel sei nicht so gut wie erwartet gelaufen, zudem sei es zu groß und zu teuer errichtet worden. Der 2007 errichtete Zubau sei nicht unbedingt notwendig gewesen und der Seminarbereich habe durch die Wirtschaftskrise gelitten. "Das war der Gnadenstoß für das Hotel, obwohl der Betreiber sehr engagiert ist." Schertler hofft, dass die Angelegenheit in den nächsten Tagen geklärt werden kann. (gübi/mm)

http://www.schlosseisenstrasse.at
http://www.sb-gruppe.at
http://www.waidhofen.at

 
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