04.04.09 - Mostviertel-Magazin: Zeronic
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Zeronic gelten zu Recht als eine der wandlungsfähigsten, aufregendsten und vielversprechendsten Bands Österreichs. Für ihr drittes Studioalbum haben sie sich niemand geringeren als Ex-Depeche Mode-Produzenten Gareth Jones für den Feinschliff geholt. Petra traf den Frontmann & Sänger Mik Tanczos zum Gespräch.
Wie habt ihr euch eigentlich gefunden?
Wir haben uns „ganz klassisch“ gefunden. In der Schule. So wie es meistens passiert. In relativ jungen Jahren. Wir waren so um die 14 Jahre alt. Der Kern der Band sind immer noch dieselben Leute, die damals schon dabei waren.
Und wie ist es zum Namen gekommen?
Das ist ähnlich lange her. Das war 1997 oder so. Wir wollten irgend etwas mit Zero haben und haben das nic einfach hinten dran gehängt und nie wieder darüber nachgedacht. (lachen) Hinter unserem Namen steckt also keine große Idee.
Zum neuen Album. Wie lange habt ihr im Durchschnitt an den Songs gearbeitet?
An den Songs, also am Schreiben sehr lange. Das ging ab 2005, kann man sagen. Die Produktion selbst hat dann auch noch fast ein Jahr gedauert. Dadurch, dass ich es selbst produziert habe, hat es auch nicht wirklich einen Zeitrahmen gegeben, in dem wir das fertige Produkt abgeben hätten müssen und so hat es etwas länger gedauert. Aber das war schon so geplant, dass es etwas länger dauert.
Ihr seid also nicht hergegangen und habt die Songs fix fertig gemacht und dann gleich aufgenommen. Ihr habt beim Aufnehmen auch noch herumgebastelt?
Genau. Wir haben ein wenig Vorproduziert, uns das dann einmal angehört wie es klingt, wie es funktioniert und dann mehr oder weniger noch einmal von vorne begonnen.
Wie seid ihr zum Produzenten Gareth Jones gekommen?
Das ist jetzt kaum zu glauben, aber... mit einem einfachen E-Mail. Ich habe seine E-Mail-Adresse auf einer CD von Interpol gefunden und habe dorthin auf Verdacht eine E-Mail geschickt. Am Sonntag darauf habe ich schon eine sehr nette Antwort erhalten. Und so ist das ins Laufen gekommen. Damit hätte von uns ja niemand gerechnet.
Was hat er denn Grundsätzlich zu euren Songs gesagt?
Ihm war es wichtig, dass wir für die Single, die wir damals gemacht haben, etwas mehr Klarheit hineinbringen in die Strukturen und den Text. Also der Hauptinput seinerseits war – oder sagen wir mal, sein Hauptkritikpunkt an mir war –, dass ich versuchen muss, die Texte direkter zu formulieren. Und auch ein wenig mehr Rollenspiel zu machen. Und weniger Angst davor zu haben, dass man zu viel von sich preisgibt. Das war ein wichtiger Input, den wir für unser neues Album mitnehmen konnten.
Ich habe gehört, dass es sehr geteilte Meinungen zum Album gibt. Wie gehst du mit negativem Feedback um?
Eigentlich recht gelassen, weil ich es zum Teil auch verstehen kann. Also es gibt sicher Dinge an dem Album, die verständlicherweise manchen Leuten einfach nicht gefallen. So lange es nicht aus einer Ecke kommt, aus der ich es mir überhaupt nicht erwarte, gehe ich damit sehr gelassen um. Dass dieses Album für geteilte Meinungen sorgt, das kann ich nachvollziehen.
Du bist also nicht beleidigt.
Nein. Ich bin nicht so leicht beleidigt. Sagen wir mal so. (lachen)
Ihr seid bereits zwei Mal für den Amadeus Award nominiert worden. Wie wichtig sind euch solche Preise und Nominierungen?
Es war schon wichtig und spaßig. Jetzt so zu tun, als wäre das nichts, das wäre nicht richtig. Für uns war das damals schon sehr wichtig. Wir waren beim ersten Mal, als wir nominiert wurden, 21 Jahre alt und da war das schon etwas Besonderes. Das war die große Pop-Welt, bei der wir dabei sein konnten.
In Österreich ist es ja nicht so einfach, mit Musik berühmt zu werden. Wie geht es euch da so? Auf FM4 werdet ihr zwar relativ oft gespielt, sonst gibt es aber kaum Medien, die sich für junge österreichische Künstler interessieren.
Was stimmt ist, dass Radio für Musik sicher das wichtigste Medium ist, um an die Leute ranzukommen. Es hat sich mittlerweile auch GoTV so weit etabliert, das man sagen kann, dass dieser Sender für österreichische Künstler sehr viel machen kann.
Auf eurer Myspace-Seite habt ihr geschrieben „Sex and Drugs don‘t bring us happiness“. Wie darf man das verstehen?
Ein elementares Element fehlt ja bei diesem Slogan. Das hätte man auch noch unterbringen können. Das was fehlt: Rock’n’Roll ist wichtiger als der Rest. Wir wollen damit sagen, dass man schauen soll, das man sich eine gewisse Freiheit bewahrt. Auch über die jugendliche Zeit hinaus. Die beiden Dinge – Sex und Drugs – bringen einen immer wieder in Abhängigkeitsverhältnisse, die einen aus der Freiheit reißen, um die man ja eigentlich kämpft.
Interview: Petra Ortner
Zeronic im Internet:
www.zeronic.at
www.myspace.com/zeronic
Zeronic Live:
4.4.: Freiraum St.Pölten
21.6.: Nova Rock Festival
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