13.09.10 - Mostviertel-Magazin: Sorgente
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Die siebenköpfige Münchener Funkrock-Formation meldet sich mit neuem Album und DVD – „Loma Vista Drive“ – zurück und hat darüber und über die Zeit in Los Angeles einiges zu erzählen.
Ihr seid ja mehr oder weniger frisch aus Los Angeles zurück, oder seid ihr schon länger wieder da?
Ja, wir sind schon seit einer Woche wieder da.
Ist die Arbeit am Album in Los Angeles nun beendet?
Im Großen und Ganzen schon erstmal. Über den Sommer sind wir jetzt wieder hier und spielen hauptsächlich in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Tschechien. Im November geht es dann wieder rüber, aber dann nicht nach Los Angeles sondern nach New York.
Das neue Album ist sehr ruhig geworden. Wie kommt das?
Ursprünglich war die Idee, ein Unplugged-Album aufzunehmen. Das war, bevor wir zum ersten Mal nach L.A. rüber sind. Das war der Plan. Wir wussten, dass es ruhiger und akustischer wird. Dann sind wir nach L.A., die Stadt hat uns aber dann so beeinflusst und eingenommen, dass es schließlich doch kein Unplugged-Album wurde. Es ist darum etwas ruhiger geworden, weil es von der Energie her so gedacht war. Es ist ein „Thinking-Album“, also ein eher nachdenkliches Album geworden. Es ist hier viel im Kopf passiert, wir haben über unsere Entwicklung nachgedacht, haben zurückgeschaut.
Es ist bei euch im letzten Jahr extrem viel passiert. Unter anderem habt ihr eine Auszeichnung erhalten – als erste deutsche Band seid ihr die „International Rock Performer of the Year“. Wie ist das für euch? Oder sind euch Auszeichnungen nicht so wichtig?
Natürlich ist so etwas wichtig. Es ist schon ein absolutes Hoch für die Band, auch weil es so schnell gegangen ist. Wir haben ja nur einmal dort in L.A. im Viper Room bei „News Expo“ – so einer „Media Convention“ – gespielt. Und dort wurden wir mehr oder weniger vom Fleck weg für die L.A. Music Awards nominiert. Das war natürlich ein ganz großer Moment für die Band, vor allem auch dann dort vor den ganzen Leuten zu performen. Es war auch ein Wahnsinns-Venue, ein großes Theater. Es ist superschön, dass man nominiert wird und man ist auch stolz darauf. Nur irgendwann hängt man sich den Preis dann an die Wand – man ist „Rockperformer of the Year“, aber das Jahr ist ja schnell wieder vorüber und dann muss es weitergehen. Darum spielen wir als nächstes gleich wieder auf einer Award-Show. Wir wollen jetzt nur noch auf Award-Shows spielen (lachen).
Was waren die drei wichtigsten Erfahrungen im letzten Jahr?
Die drei wichtigsten Erfahrungen? Eine war auf jeden Fall einmal die, dass wir gemerkt haben... Wir sind schon mit einer gewissen Ehrfurcht in die USA rüber geflogen, weil man sich sagt: Ok. Man kommt in die Hauptstadt des Rock’n’Roll. Kann man mithalten? Geht das überhaupt? Dann kam die Erfahrung, dass wir es auf jeden Fall können, weil die dort auch nur mit Wasser kochen.
Dann war auch eine wichtige Erfahrung für die Band, einmal zusammen rüberzufliegen. Ich sage mal, das hat die Band auch weitergebracht, weil es dort ein neues Pflaster für uns war. Man ist auf einem anderen Kontinent, muss alles neu kennenlernen und das war schon ein ganz wichtiger Schritt. Dann redeten wir die ganze Zeit Englisch, darin haben wir uns auch weiterentwickelt. Und eine weitere Erfahrung war, dass das Essen hier in Europa schon um einiges besser ist (lacht).
Auf dem Album habt ihr zwei Coverversionen – „Sugarman“ und „Crystal Ship“. Wie seid ihr auf diese zwei Songs gekommen?
„Crystal Ship“ weil es von den Doors ist und die sind ja die L.A.-Band. Da haben wir gesagt, dass wir auch einen Song auf dem Album performen wollen, der zu der Stadt passt und „Crystal Ship“ war diese Nummer. Auch „Sugarman“ ist so eine. Es sind Songs, in denen es um den Exzess geht und das spiegelt die Stadt schon wider. Dieser 18 Millionen Moloch. Der Stadt geht es ja wirtschaftlich nicht besonders gut und die Songs haben das widergespiegelt. Einfach so dieses verloren sein, die Selbstfindung und auch diese Orientierungslosigkeit. Die Songs treffen hier den Nagel auf den Kopf.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Videotagebuch zu machen?
Wir hatten eine Kooperation mit dem Bayrischen Rundfunk, wo es darum ging, dass eine deutsche Band in die USA fliegt. Wir haben uns mit denen getroffen und so wurde diese Idee dann geboren. Von jedem Tag, den wir dort verbrachten, haben wir ca. sechs Minuten Material abgeliefert. Egal wo wir hingingen, hatten wir ein Kamerateam dabei und die haben alles aufgenommen. Es ist ziemlich lustig geworden. Es sind einige Sachen passiert, die auf jeden Fall sehenswert sind.
Ja, auf der DVD sind einige lustige Sachen drauf. Ihr seid immer gut gelaunt...
Ja. Wir sind halt einfach glücklich, fröhliche Menschen halt. Das gut gelaunte kommt natürlich daher, dass man einfach Spaß daran hat. Es ist ja auch ein wenig wie auf Urlaub fahren. Man kommt ihrgendwo hin, geht zusammen weg, hat eine Show. Man erlebt jeden Tag Dinge, die einen beeinflussen oder die neu sind. Das kennst du ja auch, wenn du in ein anderes Land fährst. Da gibt es tausend Eindrücke die du da verarbeiten musst. Da ist man einfach gut drauf...
Interview: Petra Ortner
Sorgente im Internet:
www.sorgente-music.de
www.myspace.com/sorgentemusic
Sorgente live:
9.10.: Wieselburg,
„roque in hall“-Festival
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