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04.03.09 - Mostviertel-Magazin: Sepultura
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Die Brasilianer Sepultura sind das Paradebeispiel einer intelligenten Thrash Metal-Band, die in ihren kraftstrotzenden Kompositionen immer wieder spannende und geistreiche Themen aufgreift. Mit ihrer Veröffentlichung „A-Lex“ greifen sie das Buch „A Clockwork Orange“ (Anthony Burgess) auf und zelebrieren um dieses Thema ein grandioses Thrash Metal-Opus. Petra sprach mit Frontmann und Sänger Derrick Green über das aktuelle Album „A-Lex“.

Wer kam auf die Idee mit dem Clockwork Orange-Thema?
Andreas hatte diese Idee eigentlich schon vor langer Zeit. Schon bevor wir die Arbeit an unserem letzten Album begonnen haben. Es war also etwas, das wir schon im Hinterkopf hatten und als es Zeit für ein neues Album wurde, stieg wieder unser Interesse an diesem Thema. Auch, weil im Buch ein Kapitel ist, das im Film gar nicht vorkommt. Und genau das interessierte uns.

Waren die Vorbereitungen für dieses Album ähnlich wie für das letzte? Es waren ja immer Bücher die Grundlagen für die Alben.
Nun, da die Bücher, „A Divine Comedy“ von Dante Alighieri und „Clockwork Orange“ in völlig unterschiedlichen Epochen geschrieben wurden, gingen wir auch beim Schreiben völlig unterschiedlich an die Sache heran. Bei diesem Album legten wir unsere ganze Aufmerksamkeit in Alex, und seinen Wunsch nach einem freien Willen. Damit können sich weltweit mit Sicherheit viele Menschen identifizieren. Das Thema des letzten Albums war primär das Innere, die Seele, das Erkennen und Entdecken deiner Ängste. Darin liegen die Unterschiede. Dieses Album wurde wesentlich aggressiver. Eben weil Alex zu Beginn eine unglaubliche Wut an den Tag legt und dann gezwungen wird, mit seiner Wut anders als bisher umzugehen.

Auf diesem Album gibt es auch klassische Musik zu hören. Hörst du manchmal auch in deiner Freizeit klassische Musik?
Meine Mutter war eine Musiklehrerin und ich habe schon sehr jung klassische Komponisten gehört. Bis heute höre ich gerne klassische Musik. Sie ist so dynamisch und so voller Kraft.
Die klassische Musik war auch sehr wichtig auf diesem Album, da Beet­hoven ja eine große Rolle in der Geschichte spielt. Alex war besessen von Beethoven, durch ihn fühlte er sich menschlich. Das machte ihn irgendwie auch sympathisch, obwohl man wusste, was für grauenhafte Dinge er tat. Für uns war es wichtig, die klassischen Parts dabei zu haben.

Hat es wirklich nur drei Monate gedauert, das Album aufzunehmen?
Nein, es hat schon länger gedauert. Insgesamt war es rund ein halbes Jahr Arbeit. Wir haben schon zwei, drei Monate damit verbracht, Ideen zu sammeln. Wir waren diesmal aber insgesamt schon schneller. Ich denke das liegt auch daran, dass wir jetzt wirklich zu einer Gruppe zusammengewachsen sind. Wir hatten ja auf unserer letzten Tour genug Zeit, uns mit unserem neuen Drummer Jean Dolabella gut zusammenzufinden. Und da haben wir auch schon sehr viele Ideen ausgearbeitet. Als wir ins Studio gingen hatten wir also schon eine Vorstellung von dem, was wir haben wollten. Die Arbeit am Album lief, glaube ich, deswegen so gut, weil wir einen wirklich guten Draht zueinander haben. Für dieses Album fühlten wir alle die gleiche Leidenschaft. So ähnlich war es auch schon beim letzten Album, diesmal war es aber noch um einiges besser und stärker. Wir haben einfach alles in dieses Album gelegt.

Wie entstehen eigentlich eure Songs? Arbeitet ihr gemeinsam an den Texten und an der Musik oder hat jeder seine Aufgabe?
Wir beginnen immer mit verschiedenen Riffs und sammeln dazu Ideen und schauen, ob sich da etwas entwickeln kann. Die Texte kommen dann immer nach der Musik. Wir haben da den einen Song Namens „Paradox“. Für diesen Song hatten wir damals noch keinen Namen. Und so haben wir beschlossen, dass wir den Fans online die Chance geben, ihre Gedanken dazu niederzuschreiben. Innerhalb kürzester Zeit gab es jede Menge Einträge und davon haben wir dann auch eine Phrase, die uns besonders gefallen hat, für diesem Song verwendet.

Hast du auf dem neuen Album einen Lieblingssong?
Ahm. Ich glaube nicht. Aber das ändert sich immer wieder. Möglicherweise gleich der erste Song „Moloko Mesto“. Er ist so unglaublich chaotisch und so brutal.

Ihr tourt um die ganze Welt. Gibt es noch einen Ort, wo ihr noch nie gespielt habt und unbedingt einmal hin wollt?
Lass mich mal überlegen. Ich würde sehr gerne einmal in Hongkong auftreten. Dort war ich noch nie. Ich würde überhaupt gerne einmal eine Asien-Tour machen. Dort gibt es eine Menge Metal-Fans. Von dort bekommen wir sehr viele Briefe. Und sonst?! Das ist eine gute Frage. Es gäbe auch einige interessante Orte im Mittleren Osten.

Ihr spielt auch immer wieder in Österreich. Wie sind die österreichischen Fans so?
(lacht) Ich denke, die Metal-Fans sind sich auf der ganzen Welt sehr ähnlich. Es gibt einfach diesen besonderen Zusammenhalt, da diese Art von Musik ein ganz bestimmter Underground-Stil ist. Egal wo du hinkommst, du fühlst dich niemals alleine, da du die Leute einfach erkennst und dich mit ihnen verstehst.
Interview: Petra Ortner

Sepultura im Internet:
http://sepultura.uol.com.br/v6/
 
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