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23.10.10 - Mostviertel-Magazin: Disturbed
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Sie gehören zu den erfolgreichsten Metal-Bands dieser Zeit und haben bisher mehr als elf Millionen Alben verkauft. Ihr Debüt ausgenommen, stieg jedes ihrer Studioalben auf Platz eins der US-amerikanischen Charts ein. Petra sprach mit Mike Wengren (Drums) unter anderem über das neue Album „Asylum“.

Ihr seid gerade auf einer großen Tournee. Wie läuft sie?
Es war eine großartige Tour bis jetzt. Sie geht nun zu Ende. Wir waren acht Wochen lang unterwegs.

In dem Song „Another Way To Die“ gibt es die Zeile „We Ravage The World That We Love“ (Wir verwüsten die Welt, die wir lieben“). Ihr seid viel auf Reisen. Gibt es da kein schlechtes Gewissen?
Ich weiß, was du meinst. Wenn es bessere, umweltfreundlichere Möglichkeiten für den Transport und das Durchführen einer Tournee rund um die Welt gäbe, wären wir definitiv daran interessiert und würden es versuchen. Unglücklicherweise braucht man LKWs und Busse, um alles transportieren zu können, wenn man eine größere Tournee macht. Die brauchen natürlich viel Treibstoff. Die einzige Alternative, die mir dazu einfällt, wäre nicht mehr auf Tour zu gehen. So würden uns aber sehr viele Fans nicht mehr auf der Bühne sehen können. Hier sehen wir noch keine bessere Möglichkeit, doch wir setzen in vielen anderen Bereichen deutliche Zeichen. Als zum Beispiel das Unglück mit der BP-Ölplattform im Golf von Mexiko­ geschah, haben wir alle auf unserer Tour – jeder LKW und jeder Bus – die BP-Tankstellen boykottiert. Wir haben keine Produkte dieser Firma gekauft. Außerdem trennen wir den Müll. Und sogar T-Shirts, die wir auf unserer Tour verkaufen, sind kunstfaserfrei. Man kann nicht alles sofort komplett verändern, aber auch wir leisten unseren kleinen Beitrag zum Umweltschutz.

Ihr habt sehr viele politische Statements in euren Texten. Glaubst du, dass Songs die Ansichten von Menschen verändern können?
Ich weiß nicht, ob sie unbedingt die Ansichten der Leute verändern. Es ist auch oft gar nicht die Absicht, das zu tun. Oft will man einfach nur auf ein Problem hinweisen und die Leute dazu anregen, über manche Anliegen einmal nachzudenken.

Ihr habt euer Album wieder selbst produziert. Braucht ihr keinen Produzenten?
Wir hatten nicht das Gefühl, einen Produzenten zu benötigen. Schon unser letztes Album haben wir komplett selbst produziert und waren mit dem Material und dem Resultat unserer Arbeit sehr zufrieden. So war es auch mit dem aktuellen. Momentan haben wir einfach das Gefühl, kreativ und produktiv genug zu sein. In Zukunft kann es natürlich zu der einen oder anderen Zusammenarbeit mit Produzenten kommen.

Ihr habt mit der Arbeit am neuen Album im Sommer 2009 begonnen und seid im Februar 2010 ins Studio gegangen. Das ist ganz schön flott. Wie arbeitet ihr an den Songs?
Wir waren da wirklich ganz schön effizient. Es gab keine Einschränkungen, wie die Musik oder die Themen zu sein haben. Meine Freundin war zu dieser Zeit schwanger, unser erstes Baby war auf dem Weg. So hatten wir nur begrenzt Zeit für die Arbeit am Album. Wir kamen also zurück von unserer letzten Tournee im Juni 2009 und begannen eigentlich sofort damit, an neuen Songs zu schreiben. Wir hatten schon einiges an Material, bevor mein Baby zur Welt kam. Dann nahm ich mir ein, zwei Monate frei. Dan und David stellten die restlichen Songs fertig. Anfang 2010 gingen wir dann gemeinsam ins Studio und nahmen auf.

Disturbed ist eine von nur sechs Rockbands, die drei aufeinander folgende Veröffentlichungen auf Platz eins der Charts hatten. Das ist wirklich unglaublich!
Wir sind jetzt sogar eine von drei Rockbands, die vier aufeinander folgende Veröffentlichungen auf Platz eins der Charts hatten. Mit so einem Erfolg hat natürlich keiner von uns gerechnet und darauf haben wir auch nie hingearbeitet. Das ist schon sehr erstaunlich. Außer uns haben das nur die Dave Matthews Band und Metallica geschafft. Das zeigt die Treue unserer Fans. Ohne sie wären wir nicht, wo wir heute sind. Die Fans wissen, dass wir Herz und Seele in jedes unserer Alben stecken. Wir schmeißen nicht einen Haufen Singles auf den Markt, nur um Geld zu machen.

Neben dem neuen Album habt ihr auch eine DVD veröffentlicht. Was gibt es darauf zu sehen?
Es ist eine Zusammenstellung der letzten zehn Jahre auf Tour. Es gibt eine Menge Live-Material und viele Interviews, in denen wir über unser tägliches Leben sprechen. Wir zeigen einfach viele Einblicke in unser Leben auf Tournee. Man kann die schönen aber auch die schlechten Sachen sehen, die „highs and lows“. Wir wollen damit den Fans auch unsere Wertschätzung zeigen. Sie ermöglichen es uns, unterwegs zu sein.

Wie sehen die Pläne für die nächste Zeit aus?
Touren und noch mehr touren. Das kommende Jahr ist schon fast komplett verplant. Erst werden wir in Nordamerika eine Tournee fertig machen, anschließend haben wir ein paar Tage frei. Dann gehen wir ins Studio und drehen ein Video zu unserer nächsten Single, gefolgt von einer weiteren kleinen Tour und so weiter.
Interview: Petra Ortner

Mehr im Internet:
www.disturbed1.com
www.myspace.com/disturbed

live:
24.11., Gasometer, Wien:
„Taste Of Chaos“-Tour mit Papa Roach & Buckcherry & Halestorm
 
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