Hallo Gast - Willkommen auf Mostropolis
 
 
17.02.09 - Mostviertel-Magazin: Brian Auger
Vergrößern für eingeloggte User
Vergrößern für eingeloggte User
Er ist einer der profiliertesten Jazz- und Rock-Keyboarder der Gegenwart. 1965 gründete er zusammen mit Rod Stewart und anderen die Gruppe „Steampacket“. Er spielte mit Klaus Doldinger, Pete York, Joe Cocker, The Who, Tom Jones, Frank Zappa, Kiss und vielen anderen Größen. Anlässlich der Veröffentlichung einer Neu-Auflage seines legendären Oblivion Express Albums „Looking In The Eye Of The World“ sowie der Konzert-CD/DVD „Live At The Baked Potato“ sprach Petra mit dem Ausnahme-Musiker über seine Karriere, Erfolge und seine Band.

Als junger Musiker hast du dich am Trinity Music College in London eingeschrieben, hast aber die Tests nicht bestanden. Hast du später manchmal bereut, es nicht geschafft zu haben, oder war das gut, um deinen eigenen Stil zu finden?
(lacht) Ich habe es nie bereut! Ich bin Autodidakt. Ich sollte ihnen dort etwas vorspielen. Das habe ich gemacht. Dann fragten sie nach etwas Jazz. Auch das machte ich. Dann schauten sie mich an und meinten: Nun, du spielst absolut unkonventionell und wir fürchten, dass wir für dich nichts tun können. (lacht) Anfangs war ich schon etwas deprimiert, aber wenn ich mir das Ganze jetzt ansehe, dann denke ich, dass mich dieses Erlebnis zum Jazz und Rock gebracht hat und dort wie auch beim R&B sehr weit gebracht hat. Darüber bin ich sehr glücklich. All die „Unfälle“, die im Laufe der Zeit passiert sind, haben sich am Ende als der richtige Weg und der nächte Schritt vorwärts herausgestellt. Also: Kein Problem.

Wenn du auf deine Karriere jetzt zurückblickst, würdest du also nichts ändern wollen?
Nein. Ich würde absolut nichts anders machen wollen. (lacht) Ich hatte eine großartige Zeit. Ich habe immer mit den Musikern gespielt, mit denen ich auch spielen wollte. Ich habe immer die Musik gemacht, die ich machen wollte. Ich könnte es mir nicht besser vorstellen.

Du hast mit dem „Who-is-Who“ der Musikszene gespielt. Wer war für dich da eigentlich der spannendste Musiker?
Ich denke, da gibt es einige. Herbie Hancock ist einer meiner Lieblings-Keyboarder. Wir – Oblivion Express – waren auf Tour mit Herbie und Herbie Hancocks Headhunters. Er war mein großes Idol und über die Jahre wurden wir wirklich gute Freunde. Zu den Aufnahmen zur aktuellen DVD – Live At The Baked Potato“ – kam er. (lacht) Er spielte zwar nicht, aber er war als Gast im Publikum, den ganzen Abend. Das ist wirklich nett.
Ja, und andere Bands fragten uns zum Beispiel, ob wir für sie den Support machen würden. Das war manchmal schon wirklich seltsam. Leute wie zum Beispiel ZZ Top – wir waren deren Opening Act im Madison Square Garden. Es gab auch einmal ein Konzert, da spielten vor uns Rush, dann wir und dann kamen Kiss. Ein ziemlich lauter Abend war das. Aber wir haben mit jedem sehr gut zusammengearbeitet. Meine Favoriten, vor denen ich für rund 1.000 Konzerte spielen durfte – auch sie fragten uns – waren Earth, Wind & Fire. Absolut fantastisch. Fantastische Band, fantastische Sänger, fantastische Musik. Wir hatten eine tolle Zeit.
Mit deiner Formation Oblivion Express hast du nun die Alben „Looking In The Eye Of The World“ und „Live At The Baked Potato“ veröffentlicht. Warum gleich zwei auf einmal?
Es kam einfach so. (lacht) Wir haben die Alben gemacht und hatten dann einige Probleme mit unserem Label in England. So hat es einige Zeit gebraucht, um das Ganze zu regeln und SPV war sehr interessiert an uns. Und da ich dachte, dass dieses Label, ein europäisches, sehr gut für uns wäre, haben wir das dann so gemacht und haben hier unsere Alben veröffentlicht.

Warum hast du deine Band Oblivion Express benannt?
Meine vorherige Band hieß „The Brian Auger Trinity“, mit der Sängerin Julie Driscoll. Wir waren drei Leute – Trinity heißt ja eine Vereinigung von Dreien. Dann hatten wir unsere kommerziellen Erfolge und unsere Nummer-Eins-Hits in Europa und England. Als ich Oblivion Express startete, wollte ich dieses neue Musik-Genre in dem wir waren, das die Leute Jazz-Rock oder in Amerika Jazz-Fusion nannten, weiterverfolgen. Da Trinity so erfolgreich war, wollte die Plattenfirma, dass wir die Band so belassen wie sie war, ich wollte aber weitere Ideen verwirklichen.
Ich hatte mit dem kommerziellen Erfolg überhaupt nichts am Hut und dachte immer, ich bin sowieso auf dem besten Weg wieder in Vergessenheit zu geraten und so kam es dann zu „Oblivion“ und schließlich zu „Oblivion Express“.

In dieser Band spielst du gemeinsam mit deinem Sohn und deiner Tochter. Wie ist es, gemeinsam zu spielen?
Es ist fantastisch! Ich denke, das ist die bisher schönste Zeit meiner ganzen Karriere. Ich finde es großartig, meine Kinder in der Band zu haben. Sie sind sehr talentiert. Die Leute sind immer wieder überrascht wie gut sie sind. Was sie ja gar nicht sein sollten (lacht). Sie waren immer schon meine besten Freunde und es ist immer eine große Freude, mit ihnen auf Tour
zu gehen.

2007 hast du den „Lifetime Achievement Award“ erhalten. Wie wichtig sind dir Auszeichnungen?
Sie sind mir nicht wirklich wichtig. Ich denke es ist wunderbar, dass ich die Musik machen kann, die mir gefällt, mit den Leuten, die ich mag. Die Auszeichnungen... Ich habe so viele gewonnen. Der „Livetime Achievement Award“ war schon eine Überraschung für mich, weil sie vom US-Kongress kam. Wenn die wüssten, dass ich sie alle für einen Haufen Idioten halte, wer weiß ob sie ihn mir dann noch gegeben hätten (lacht).
Interview: Petra Ortner

Brian Auger im Internet:
www.brianauger.com
 
Kommentare
Zu diesem Beitrag sind Kommentare vorhanden.

Kommtenare sind nur für eingeloggte User sichtbar!
 
Mostviertel Magazin Waidhofen/Ybbs
 
Weitere News des Partners
 
my mostropolis
Profil, Fotogalleries uvm. nur für eingeloggte User.
© mostropolis e.U. – Dieter Rath