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22.12.09 - Mostviertel-Magazin: 50 Cent
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Der US-amerikanische HipHop-Superstar Curtis Jackson aka 50 Cent kam für eine Pressekonferenz zu seinem aktuellen Album „Before I Self Destruct“ nach Wien. Nach ein paar allgemeinen Sätzen zu seiner Arbeit begann die Frage-Runde.

Wie viel im HipHop ist Realität, wie viel ist Fiktion?
Viele HipHop-Künstler kreieren einen Superhelden. Wer ist der coolste Typ? Wer hat die tollsten Autos? Die hübschesten Frauen? Wer führt den außergewöhnlichsten Lebensstil? Und das wird gerne präsentiert. Vor allem in Musik-Videos. Doch wenn der Regisseur „Cut“ schreit, ist alles wieder weg. Die Autos, das Haus, die Mädchen. Ich muss mir für meine Projekte nichts mehr ausborgen, es ist alles da, was ich präsentieren will. Ich bin in einer Position, wo das alles sehr real für mich ist. Ich besorge mir Dinge, die mir gefallen und sie bleiben mir. Wenn der Regisseur „Cut“ schreit, dann nimmt niemand was mit, denn all die Dinge gehören mir. (lachen)

Wie zufrieden bist du mit deinem Film-Debüt „Before I Self Destruct“?
Ich bin sehr zufrieden. Ich würde es sofort wieder machen. Ich hatte die Möglichkeit zu sehen, was hinter der Kamera und rundherum so alles passiert. Einen Film zu produzieren erfordert viel mehr, als man glaubt.

Gehst du nächstes Jahr wieder auf Europa-Tour? Und wird Österreich mit auf dem Plan stehen?
Ja, ich werde auf jeden Fall im kommenden Jahr eine Tournee durch Europa starten und hoffe auch nach Österreich zu kommen. Ich habe jetzt im Dezember wieder ein Film-Projekt am Laufen. Drehbeginn ist am 27. Dezember in Detroit, Michigan. Nach diesem Projekt steht noch der Film „Jekyll and Hyde“ mit Forest Whitaker auf dem Programm. Und dann konzentriere ich mich wieder auf meine Projekte.

Du arbeitest mit dem Produzenten Timberland zusammen, der Künstler aus dem HipHop, wie auch aus dem Pop-Bereich unter seine Fittiche nimmt. Was denkst du über ihn?
Ich denke, dass Timberland ein großartiger Produzent, mit einem sehr weit gefächerten... Ohr..., ist. (lachen) Timberland produziert Alben von allen möglichen Leuten – egal ob es Popmusik ist, HipHop oder Rock. Ich denke nicht, dass er sich auf eine bestimmte Richtung beschränken will. Er ist einfach ein wunderbarer Produzent und seine Auswahl an Künstlern ist sehr interessant. Ich meine, Miley Cyrus zum Beispiel hat eine große Fanbase. Es ist was anderes als HipHop, aber die Fanbase ist da. Und das zählt. Er sucht neue Herausforderungen und das ist interessant für alle.

Was hältst du von ihr? Wäre sie was für dich?
Wer? Miley Cyrus? Ich falle gleich in Ohnmacht. Mit ihr kannst du mich fertig machen. (lachen)

Wie wertvoll ist der Schmuck, den du hier angelegt hast?
Ich weiß es nicht. Ich glaube, dafür hab ich gar nichts gezahlt. (lachen)

Und dein Haus?
Ich habe mir dieses Haus gekauft, als ich nach einem riesigen Platz suchte. Jetzt habe ich 18 Schlafzimmer, Outdoor- und Indoor-Pool, Studio und so weiter. Du kannst deine ganze Zeit nur darin verbringen. Aber das Haus ist größer als für mich notwendig. Ich hatte gar nichts und mit dem ersten Geld aus den Plattenverkäufen besorgte ich mir dieses Anwesen. So lernst du einiges über dich selbst. Ich habe immer davon geträumt dieses oder jenes zu besitzen, doch es war weit weg. So schlimm, dass ich nicht mal sagen wollte: „Eines Tages werde ich das oder das besitzen“. Wenn ich zum Beispiel in Auto-Zeitschriften blätterte, habe ich immer nur bei den günstigen Autos geschaut, denn die großen Schlitten kosteten alle zu viel. (lachen) Natürlich kam mit dem Erfolg auch die Möglichkeit sich größere Autos zu kaufen. Und wenn du dann alles hast, was du gerne willst, dann schaust du dich um und fragst dich: „Gut. Wer bist du eigentlich?“ Du kaufst dir ein Haus mit 18 Schlafzimmern und kannst trotzdem nur in einem Bett schlafen. Ich habe mir das Anwesen zugelegt, weil ich anfangs dachte das ich es brauche, doch so ist das nicht. Jetzt will ich dieses große Haus verkaufen und mir einen Platz suchen, der angemessen ist. Das Jetzige ist ideal für eine große Familie.

Was machst du zu Weihnachten?
Ich werde der Santa Claus sein. Seit rund sechs Jahren ist das jetzt jedes Jahr mein Job – für Freunde.

Spürst du eigentlich die Wirtschaftskrise?
Ja, die spüre auch ich – bei all den geschäftlichen Abwicklungen, und sogar die CD-Verkäufe gehen zurück. Und zurück... (lachen).

Österreich ist ein kleines Land, ist die Krise auch „mit Schuld“ das du diese Pressekonferenz hier in Wien machst?
Ich glaube nicht, dass Österreich – nur weil es ein kleineres Land ist – weniger wichtig ist. Es ist wichtig zu zeigen, dass man alle seine Fans schätzt. Wenn es darum geht etwas zu verkaufen, dann wäre ja hier schon die Sprache ein Hindernis, was aber nicht der Fall ist. Die Leute hören halt mehr auf die Melodie, wenn sie nicht alles verstehen.

Was sagst du zu Milow‘s Version von „Ayo Technology“?
Das ist toll. Ich mag die Version sehr. Sie ist ganz anders als meine. Als ich den Song zum ersten Mal im Radio hörte war es so: „Hey, das ist ja mein Song!?“ Ich war gerade mit dem Auto unterwegs und war wirklich begeistert. Er macht den Song zu etwas Neuem, zu etwas ganz Anderem.
Interview: Petra Ortner

50 Cent im Internet:
www.50cent.com
www.myspace.com/50cent
 
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