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Mit ihrem Hit „Yes Sir, I Can Boogie“ schafften sie 1977 über Nacht den Durchbruch und landeten in 18 Ländern auf Platz 1 der Charts. Nun melden sich Baccara mit ihrem neuen Album „Satin... In Black And White“ zurück. Petra sprach mit Sängerin Mayte Mateos über das Auseinanderbrechen, wieder Zusammenfinden und die Arbeit am neuen Album.
In den frühen 80ern haben sich Baccara getrennt. Was war der Grund dafür?
Der Grund war, dass Maria fünfzig Prozent des Materials singen wollte und ich damit nicht einverstanden war. Die Platte war schlussendlich am Markt und Maria ging vor Gericht, um das Album wieder vom Markt zu nehmen. 200.000 Stück wurden eingestampft und damit wurde auch alles gestoppt. Sie wollte fünfzig Prozent der Sachen singen, doch ich meinte, dass wir damit nicht mehr Platten verkaufen würden, denn die „verkaufende“ Stimme, wenn ich das so ausdrücken darf, ist meine. Und so war dieser Streit schließlich das Ende von Baccara.
In manchen Zeitungen standen darüber schlimme Dinge, wo Maria gesagt haben soll, dass ich alles alleine singen wollen würde. Das stimmt nicht, ich wollte niemals alleine singen. Natürlich habe ich nach Baccara Solo mit den Leuten weitergearbeitet, aber das war nicht wirklich erfüllend. Auch, weil ich immer mit Baccara in Verbindung gebracht werde. Ich habe einen großen Baccara-Stempel auf mir. Ich mag Duos und darum war ich immer auf der Suche nach einer weiteren Person, um mit ihr zu singen.
Wenn du auf deine Karriere zurückblickst, was war das Beste und was das Schlimmste, das dir passiert ist?
Das Beste ist es, Nummer eins in ganz Europa zu sein. Und auch in Ländern außerhalb Europas. Und das Schlimmste ist wohl das, was ich dir gerade erzählt habe. Ein so großes Ding zu zerstören und herausfinden was man großartiges verloren hat.
Maria war lustig, war spontan, sie konnte großartig mit dem Publikum und mit der Öffentlichkeit umgehen. Das einzige was sie nicht hatte war, genug zu singen. Sie hatte ihre Rolle, die sie spielte, ich hatte meine Rolle. Damals hatten wir das noch nicht verstanden. Das alles hat sich über die Jahre entwickelt, doch wir hatten es nicht so gesehen und waren unzufrieden.
Für das neue Album habt ihr wieder den „originalen“ Produzenten und Texter. Wie war die erneute Zusammenarbeit?
Es war fantastisch! Ich war total überrascht, als mich Rolf vor rund einem Jahr angerufen hatte. Ich fragte ihn: Bist du in der Nähe? In Spanien? Er meinte: Nein, nein, ich rufe aus Kanada an. Wie geht es dir? Bla bla bla. Irgenwann fragte ich ihn nach dem Grund seines Anrufes und er erklärte mir, dass es jetzt 30 Jahre her ist – im Jahr 1977 hatten wir den großen Hit „Yes Sir, I Can Boogie“ – und er fragte mich, ob ich Lust hätte, gemeinsam mit Frank Dostal ein neues Baccara-Album aufzunehmen. Und dafür brauchte er mich. Ich stimmte natürlich sofort zu. Ich mag es sehr, mit ihm zusammenzuarbeiten. Schon immer.
Wie lange hat die Arbeit gedauert?
Wir haben genau ein Jahr am Album gearbeitet. Auch deswegen, weil ein Teil des Teams in Kanada lebt, ein Teil hier in Spanien. Einfacher ist es natürlich, wenn man in der selben Gegend wohnt, da kann man dann gemeinsam ins Studio und den anderen zusehen und sehen, was jeder macht. Diesmal war die Produktion etwas anders, aber am Ende ist trotzdem etwas Wunderbares dabei herausgekommen. Trotzdem habe ich es lieber, jeden Produktionsschritt zu sehen, was diesmal etwas schwierig war. Auch wenn das Internet so gut wie alles ermöglicht, es ist mir lieber, gemeinsam in einem Studio zu stehen.
Wie ist es eigentlich, immer noch euren größten Baccara-Hit – „Yes Sir, I Can Boogie“ – zu singen?
Es ist immer noch fantastisch. Weil, wo immer wir hinkommen, egal in welches Land, können die Menschen dieses Lied mitsingen. Und das tun sie bei unseren Konzerten lautstark. Das gibt einem ein großartiges Gefühl, man merkt, dass die Leute einen immer noch lieben. Das Lied funktioniert immer noch und macht die Menschen immer noch froh.
Langweilt es euch nicht, dieses Lied immer noch zu singen?
Eigentlich nicht. Nein, denn das Feedback, das wir auf dieses Lied bekommen ist so wunderbar, das macht auch uns glücklich.
Ihr habt auf dem neuen Album auch eine deutsche Version von „Yes Sir, I Can
Boogie“. Wer hatte die Idee dazu?
Ich. (lacht) Ich hatte die Idee, da ich denke: Baccara ist von Deutschen gemacht, die Deutschen haben uns entdeckt und die Deutschen haben uns immer schon geliebt und sind uns immer treu geblieben. Darum wollte ich die deutsche Version singen, auch wenn mein Deutsch relativ schlecht ist.
Du kannst in einigen Sprachen wie Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch singen... Welche Sprache bevorzugst du?
Ahm... Spanisch?! (lacht) Natürlich Spanisch, da es für mich einfacher ist. Viele Songs sind naürlich auf Englisch, da diese Sprache einfach international ist. Wir hatten früher schon vereinzelt auch Songs auf Spanisch, aber das kam damals nicht so gut an. Heute wäre es ganz anders, heute kann man auch schon mehr spanischsprachige Songs hören. Vielleicht gibt es auf dem nächsten Baccara-Album einen spanischen Song...
Was können wir in Zukunft noch von Baccara erwarten?
Mehr? Ich weiß nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung, was wir weiter machen werden. Mit diesem Album gehen wir nun erst einmal auf Tournee. Und natürlich genießen wir all das, was wir bisher schon erreicht haben. Wir wollen weiterhin unser Bestes geben und werden wie üblich professionell arbeiten, damit unsere Fans mit uns zufrieden sind.
Eine letzte Frage noch. Welche Musik hörst du eigentlich gerne in deiner Freizeit?
Ich mag Klassische Musik. In meiner Freizeit liebe ich es, zu malen und da ist es wunderbar, im Hintergrund Klassische Musik laufen zu haben.
Interview: Petra Ortner
Baccara im Internet:
www.eurodancehits.com/baccara.html
Fanclub:
www.baccara-web.de
Aktuelles Album:
„Satin... In Black & White“
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