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17.07.08 - Mostviertel-Basar: Alex Deutsch
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Der Schlagzeuger Alex Deutsch aka aleXdrum, bekannt unter anderem durch die Gruppe „Cafe Drechsler“, „Musician Of The Year 2006“, Hans-Koller-Preisträger u.v.m. hat mit „Cafe Drechsler Is Back“ ein neues, bezauberndes Jazz/Groove/Electronic-Album am Start. Petra traf den sympathischen Musiker im Wiener Cafe Drechsler, um über das neue Projekt zu plaudern.

Wie kam es eigentlich zum Auseinanderbrechen der Band „Cafe Drechsler“?
Ich denke, das Ganze hat zwei Ebenen. Eine künstlerische und eine menschliche. Auf beiden Ebenen gab es Konflikte, die dann nicht mehr gesund waren für eine Beziehung. Der Weg zum Scheitern war unausweichlich. (lacht)

Wie kam es zum Projekt „Cafe Drechsler is back“, dessen CD du jetzt auch produziert hast?
Man hat mir erzählt, dass es – nachdem das Cafe Drechsler vor zwei Jahren zugesperrt hat – zum einen Ängste und Befürchtungen gab, dass da ein Kentucky Fried Chicken oder McDonalds oder was weiß ich hineinkommen könnte, zum anderen hat mir diese Person gesagt, dass man gerade jemanden sucht, der das Kaffeehaus weiter betreibt.
Ich bin dann mit diesen Informationen zum Immobilienmakler gegangen und hab ganz frech gesagt: „Ich bin der Alex Deutsch, Produzent von Cafe Drechsler. Ich habe gehört, dass das Kaffeehaus Drechsler auf dem Markt ist.“ Und hab nachgefragt, was man sich so vorstellt. Dann haben wir sehr nett und unbürokratisch miteinander geredet und so habe ich das Ganze dann weitervermittelt an den Manfred Stallmajer, der das Hotel Triest in Wien managt, und für den ich für das Triest auch schon zwei Compilations produziert habe. Er ist ein sehr solider und seriöser Geschäftspartner und lieber Freund von mir seit vielen Jahren. So habe ich die Leute connected und so ist das Cafe Drechsler weiter und wieder Kaffeehaus und nichts anderes.
Als klar war, dass der Manfred das Drechsler betreibt, kam von ihm auch gleich der Wunsch, dass man auch irgendwann mal eine CD macht, ähnlich wie für das Triest. Und die haben wir jetzt gemacht. Und jetzt gibt es sie.

Wie lange hat die Arbeit am Album gedauert?
Die Arbeit am Album war eine der kürzesten meines Lebens. Die Produktion hat ungefähr einen Monat gedauert. In rund zwei Monaten war alles fix und
fertig.

Und das Songschreiben?
Das Songschreiben haben wir so gelöst, dass ich erst einmal Grund­ideen und Skizzen gemeinsam mit meinem Programmierer zusammengesetzt und angefertigt habe und habe das dann an die diversen Verdächtigen geschickt und die haben dann ihre Ideen zurückgeschickt. Zum Beispiel hat der Mattieu­ seine Trompete am Genfer See draufgespielt. Der Clueso hat mir in der letzten Minute am letzten Mixtag seine Vokalspende geschickt. Wir haben es in einem sehr zeitgemäßen Produktionsstyle gemacht.

Du hast also alles erst mal verschickt und geschaut, wer sich dann meldet?
Zum Teil habe ich es verschickt, zum Teil sind die Musiker eh in Wien. Wir haben uns dann ein paar Studiotage ausgemacht, an denen die Musiker Zeit hatten und haben dann eben versucht, das ganze in den Kasten zu bringen. Dann haben wir es noch bearbeitet und damit gearbeitet bis es das war, was wir wollten.

Nach welchen Kriterien hast du die Gastmusiker ausgesucht?
Zum Großteil waren es Musiker, die einen Bezug zu Wien haben, also entweder zur Stadt Wien oder zum Kaffeehaus Drechsler, oder weil es Kaffejunkies sind wie ich selbst und ich sie darum persönlich kenne. Oder mit denen ich gerade zufällig arbeite. Was ein Ziel war – ein gemeinsames von Stallmajer und mir – ist, dass wir ein wenig ein Gefühl, akustisch und auch optisch, rüberbringen wollen für ein Kaffeehaus in Wien im Jahre 2008. Wie sich das anfühlt. Das war unser Ziel. Naschmarkt und so, dass man das alles spüren kann.

Im Booklet gibt es auch Kochrezepte. Wer hatte dazu die Idee?
Ja, das finde ich genial. Herrlich. Ich befürchte, das war meine Idee und der Manfred hat sie mit offenen Armen empfangen, worüber ich mich sehr freue. Ich habe jetzt nämlich wieder tolle Rezepte zum Kochen. Ich koche nämlich gerne. (lacht)

Und es gibt auch einen Gutschein für eine Melange im Cafe Drechsler dabei. War das auch eine Idee von dir?
Nein, das gab es vorher schon einmal. Die Idee stammt von Manfred. Es gibt ja einen richtigen Cafe Drechsler Kaffee, also eine Cafe Drechsler Röstung. Und die Leute, die diese Röstung machen, die haben diese Idee gesponsert. So hat man gleich eine Mehrwert-CD. Mit Kochbuch und einer tatsächlichen Melange von dem Platz wo die CD herkommt.

Du spielst im Sommer wieder einige Konzerte. Ist auch etwas mit der „Cafe Drechsler-Besetzung“ geplant?
Es ist ja so, dass es nicht wirklich eine Band gibt sondern einen Haufen Musiker, die gemeinsam an diesem Projekt gearbeitet haben. Man kann mit einem Teil des Haufens dort und mit einem anderen Teil des Haufens hier auftreten, je nachdem wer gerade Lust und Zeit hat. Aber es ist jetzt nicht so wie mit einem Album einer Band, wo man sagt, jetzt geht man mit der Band auf Tour. Wenn es eine Nachfrage gibt, kann man schauen wer Zeit hat von den Leuten, die mitgemacht haben, und versucht mit denen zu kommen. Auf jeden Fall mit dabei im Gepäck ist der Koch vom Cafe Drechsler. Das ist auch so eine Idee, wo wir gesagt haben, dass wir das machen können. Wir kochen Musik, er kocht Palatschinken.

Machst du Konzerte mit unterschiedlichen Projekten gleichzeitig oder bist du da mit nur einem Projekt unterwegs?
Es gibt ein paar Konzerte mit der Anna F., dann gibt’s auch noch einen ziemlich geilen Haufen aus Polen. Ein paar Konzerte mit Matthieu Michel. Und dann gibt es ein paar so Cafe Drechsler Hausband-Geschichten.

Welche Pläne und Projekte stehen für 2008 noch auf dem Programm?
Wo wir seit einigen Jahren schon sehr intensiv arbeiten ist das Projekt mit Anna F. Von ihr wird man ganz sicher noch einiges hören. Mit ihr waren wir im Frühling in New York, um mit ein paar Freunden und sehr guten Leuten, die ich dort kenne, an ihren Songs zu arbeiten. Im Sommer werden wir noch einmal hinfahren und daran weiterarbeiten. Dann gibt es auch ein Soloprojekt. Das will ich jetzt einmal probieren. Das wäre es auch erst einmal für heuer.
Interview: Petra Ortner

Alex Deutsch im Internet:
www.myspace.com/alexdeutsch 

Cafe Drechsler im Internet:
www.cafedrechsler.at 

Live:
20.7., 21h: Altes Telegrafenamt Wien
28.7., 21h: B27 Wien

 
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