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10.07.11 - Mostviertel-Magazin: Heather Nova
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Die Songwriterin mit der Elfen-Stimme blickt mit ihrem aktuellen Album „300 Days At Sea“ – das achte in ihrer fast 20-jährigen Karriere – zurück auf ihre Kindheit auf dem elterlichen Segelboot und unzählige Rundfahrten quer durch die Karibik. Petra sprach mit der sympathischen Künstlerin über das neue Werk und ihr unkonventionelles Großwerden auf dem Meer.

Du hast schon sehr früh begonnen, Musik zu machen. Welche Rolle spielt das Schreiben – von Songtexten oder Gedichten – generell in deinem Leben?
Die Musik und das Schreiben von Texten und Gedichten waren schon immer sehr wichtig in meinem Leben. In meiner Kindheit hat mir die Musik manchmal die Einsamkeit genommen. Als ich mit meinen Eltern auf der „Moon“, unserem Boot, unterwegs war, hatte ich ja keine Spielkameraden. Da musste ich mich selbst beschäftigen.Das Schreiben ist mir immer noch sehr wichtig.

Dein neuestes Album „300 Days At Sea“ ist von deiner Kindheit inspiriert. Wie kam es dazu?
Nachdem ich wieder auf die Bermudas gezogen bin, hat mir ein Fischer das Wrack der „Moon“ gezeigt. Er gab mir auch den Kompass, den er vom Wrack geborgen hatte. Es war wie in ein offenes Grab zu schauen: Hier lag der Traum meiner Eltern, das Boot, auf dem ich meine Kindheit verbracht hatte. Es war schmerzhaft, aber auch sehr inspirierend. Ich hab‘ alle meine Gefühle, meine Gedanken und Erinnerungen in die neuen Songs verpackt. Und ich denke, sie sind wunderbar geworden.

Ein Song heißt „The Good Ship Moon“. Welche guten und schlechten Erinnerungen hast du, wenn du an deine Kindheit auf der „Moon“ zurückdenkst?
Es gibt natürlich viele schöne Erinnerungen. Tolle Reisen, schöne Sonnenuntergänge, interessante Orte, die wir besucht haben. Es war aber auch einsam für mich als Kind auf dem Boot. Vielleicht kam es auch darum, dass ich mich viel mit Musik beschäftigt habe. Wir hatten einen Kassettenrecorder an Bord, mit dem wir viel Musik hörten.

Für das Album hast du wieder deine Band und das Produktionsteam deiner frühen Musiker-Jahre engagiert, richtig?
Ja, mit den Musikern arbeite ich schon seit Anfang meiner Karriere zusammen. David Ayers war mein erster Live-Gitarrist. Er hat eine besondere Art zu spielen und kommt mit jeder Musikrichtung, jedem Genre sehr gut zurecht. Er spielt auf dem neuen Album nicht nur Gitarre, sondern auch den Bass. Auch mit Geoff Dugmore, dem Schlagzeuger, hab‘ ich schon oft live gespielt und er war auch auf der „Siren“-CD mit dabei. Mein Mann Felix Tod, der auch beim „Oyster“-Album mitgearbeitet hat, ist Produzent von „300 Days At Sea“.

Wie lange hat die Arbeit am Album gedauert?
Das Songschreiben hat einige Monate gedauert, die Aufnahmen waren in rund einem Monat gemacht.

In welcher Stimmung schreibst du deine Songs? Brauchst du spezielle Plätze oder kannst du dich hinsetzen und drauf los schreiben?
Ich schreibe meine Texte am liebsten in der Natur. Abgeschieden von allem. Ich bin gerne am Meer und draußen in der Natur. Für mich ist das existenziell. Absolut notwendig. Hinsetzen und drauf los schreiben geht aber nicht. Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich schreibe.

Wie würdest du die Musik deines aktuellen Albums beschreiben?
(lacht) Eigentlich ganz simpel als „Rock’n’Roll des Meeres“. Das ist die für mich treffendste Bezeichnung.

Du hast einen Sohn. Versuchst du ihn auch so ähnlich großzuziehen, wie deine Eltern dich großgezogen haben?
Ich versuche ihm alles zu geben, was ich für gut halte. Natürlich bin ich jetzt nicht so viel auf Tour, aber ich nehme ihn mit, wenn ich unterwegs bin. Ich reise immer mit meiner Familie – ausgenommen sind kurze Promotion-Reisen (lacht).

Du engagierst dich für zahlreiche soziale Projekte. Welches ist für dich das Wichtigste?
Jedes Projekt, das ich unterstütze, finde ich wichtig. Hervorheben möchte ich die „David Lynch Foundation“, wo jeder „Transzendentale Meditation“ erlernen kann. Hier geht es um Spiritualität und um positive Energie.
Interview: Petra Ortner

Mehr im Internet:
www.heathernova.com

live:
24. November, 20 Uhr: WUK, Wien
 
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